• Nic

#10 - Schneechaos, Polizeieskorte und Badewanne

Aktualisiert: Juni 4

3.2.2019 - Bratislava (SK) -> Stuttgart (D)


Wir rauschen über die Autobahn. Es regnet in Strömen. Es bildet sich sehr viel Wasser auf den Straßen und es wird langsam ruhig im Bus und die ersten nicken ein. Ich versuche zu schlafen und werde immer wieder von einem lauten PLATSCHHH aufgeschreckt wenn die Wassermassen von anderen vorbeifahrenden Autos auf die Windschutzscheibe knallen. Der Regen wurde langsam weniger zum Glück. Huch was sind das für schwebende Blinklichter überall. Achsoo ein Windpark. Hunderte von kleinen rot leuchtenden Lichtern die aussehen wie Wolfsaugen aus einem Horrorfilm blicken durch die Nacht. Im Radio läuft „Knowing Me, Knowing You“ wir stimmten ein „ahaaaaa...“



Ich nickte wieder ein. ....

Als ich einmal wieder meine Augen aufmachte erschrecke ich mich so dermaßen, da draußen durch dichten Nebel die Sicht auf ein paar Meter geschrumpft war. Oh mein Gott das ist ja übel. Ihr wisst wie anstrengend es ist wenn so dichter Nebel ist. Aber Michal ist fit und ein sehr guter Fahrer. Wir haben großes Vetrauen in ihn. Ich erinnere mich noch daran wie wir relativ schnell die Grenze zu Österreich überquerten. Wien ist nur ca 80km von Bratislava entfernt. Ich glaube das sind die einzigen Haupstädte in Europa die so eng beinander liegen.

Und ab hier ändert sich das Wetter von Nebel zu Schnee. Und es schneit und schneit und schneit. Die Autobahn verwandelt sich in eine eisige zugeschneite Fläche und wir kriechen förmlich über die Straße. Michal hat alle Hände voll zu tun den Wagen auf der Straße zu halten.



Kurz nach der Grenze fuhr ein Polizeiauto mit Blaulicht an uns vorbei reduzierte, die Geschwindigkeit und setzte sich vor ein Fahrzeug, mit rumänischem Kennzeichen, vor uns. Schon ging das „Bitte folgen“ Schild an und nun fragen wir uns, wen sie wohl meinten. Der Fahrer vor uns schaltete den Warnblinker ein. Er hatte einen wirklich seltsamen Fahrstil und es wunderte uns irgendwie nicht, dass sie es auf ihn abgesehen hatten. Die komplette Autobahn ist mit Zentimeterhohem Schnee bedeckt. Michal versucht der Spur von vorausfahrenden Fahrzeugen zu folgen. Das Auto vor uns, fährt jedoch soweit rechts, dass er quasi mit dem rechten Vorder- und Hinterreifen in Zentimeter hohem Schnee versinkt und sichtlich Schwierigkeiten hat auf der Bahn zu bleiben. Wir können es nicht fassen wie er fährt und wundern uns ebenso über die Polizei die noch immer das Tempo reguliert und das „Bitte folgen“ Schild anhat. Was wird das jetzt wenn’s fertig ist? Ich meine eine Polizeieskorte wäre ja jetzt nicht nötig gewesen. Lach.



Leider konnten wir nicht daran vorbeifahren da es zu gefährlich gewesen wäre und tuckerten nun quasi Polizei und Fahrzeug mit Warnblinker in Tempo 40 hinterher. Ein Fahrzeug versuchte uns zu überholen, dann bemerkte der Fahrer die Polizei und scherte wieder rechts vor uns ein. Wir haben so gelacht. Nun also tuckerten wir Polizei, Fahrzeug mit Warnblinker und noch einem Fahrzeug hinterher. Fünf Minuten später die gleiche Szene. Ein Auto setzte zum Überholen an, sah die Polizei und scherte vor uns ein. Wir schütteln unsere Köpfe und können es nicht fassen was hier passiert. Die Polizei tuckerte noch immer allen voran her. Das Fahrzeug mit Warnblinker fuhr noch immer im Schnee und alle anderen hinterher. Es bildet sich langsam eine Schlange hinter uns. Wir frugen uns ob die Polizei Evtl nur vorausfahren wollte um uns den Weg zu zeigen oder ob sie tatsächlich das rumänische Fahrzeug rausziehen wollten. Es schneit und schneit und schneit...

Irgendwann kam dann eine Ausfahrt und das Polizeiauto fuhr ab, das Fahrzeug mit Warnblinker folgte und wir waren erleichtert, das sie weg waren. wWir winkten zum Abschied. Lach.

Oh Mann. Man sieht keine Straße geschweige denn irgendwelche Spuren. Als wir losgefahren sind sollte unsere Fahrt ca 7 Std laut Navi dauern aber die Fahrtzeit verlängert sich immer mehr.

Nun wird das fahren wirklich gefährlich. Nicht einmal mehr rausfahren kann man, da die Ausfahrten nicht mehr zu erkennen sind und so hoch Schnee liegt, das wir stecken bleiben würden.

Ab und zu sehen wir Blaulicht und Autos die es nicht geschafft haben auf der Straße zu bleiben und im Graben lagen.

Es gab einige, die wirklich zu schnell unterwegs waren und der nächste Van im Graben war einer, der uns zuvor waghalsig überholt hatte. Was soll man dazu sagen..?

Es ist mittlerweile vier Uhr morgens und wir wundern uns sehr, dass immer noch keine Räumdienste unterwegs sind.

Langsam drückt die Blase und ich hoffe, dass wir eine Raststätte finden an der wir rausfahren können. Irgendwann schafften wir es dann an einem Rastplatz rauszufahren um eine kurze Klopause zu machen und die Beine zu vertreten. Wir befanden uns irgendwo zwischen Wien und Passau. Es schneite immer noch.




Vom nächsten Fahrtabschnitt bekam ich nicht mehr viel mit. Da ich immer wieder einnickte. Paul und Annika hatten eine lustige Schlafposition eingenommen und den Kopf auf ihren Knien abgelegt. Gegen halb neun fuhren wir an einem McDonalds raus (Klappe die dritte, ich hatte anfangs vermutet, das es mehr werden würden) das muss bei Landshut irgendwo gewesen sein. Wir machten eine Stunde Rast und Michal blieb im Bus um etwas zu schlafen.

Es gab Frühstück, Kaffee und Muffins. Diana ging zum Schalter: „I would like to have McMuffin with eggs“ Die Frau gegenüber schaute sie fragend an. Dann realisierte sie, dass sie englisch gesprochen hatte. Oh jeee ich lach mich schlapp. Hallooo wir sind in Deutschland du kannst wieder deutsch sprechen. Die letzten Tage hatten wir ja quasi nur Englisch gesprochen und Denglish sowieso... wir genossen das Frühstück und langsam aber sicher waren wir allesamt etwas gerädert. Unter normalen Umständen wären wir schon zuhause gewesen. Uff.

Nun haben wir nur noch ca dreieinhalb Stunden Fahrt vor uns. Das Schneetreiben lässt langsam nach.



Je näher wir der Heimat kamen, wurde die Straße immer besser und bald war sogar der ganze Schnee verschwunden. Völlig verrückt. Was für ein Tripp.

Gegen 13 Uhr waren wir in Filderstadt angekommen. Yeeeha!!! Simon, Annika, Diana, Raoul und ich natürlich - Aussteigen bitte!

Das ganze Gracefire Zeug musste nun aus dem Bus und wurde in unsere Autos umgeladen.




Wir verabschiedeten Steelmade und Michal, die noch eine Stunde Fahrt vor sich hatten, auch Raoul verabschiedete sich. Er muss noch eine Weile bis nach Hause fahren. Anschließend gingen wir zusammen nach oben um noch einen Kaffee zu trinken.

Wir ließen gemeinsam die letzten Tage Revue passieren und tauschten unsere Gedanken und Erlebnisse aus.

Wow. Vor über zwölf Stunden hatten wir noch einen Gig in Bratislava.


Wir sind allesamt glücklich eine so tolle, geile Zeit erlebt zu haben. Natürlich waren wir in keinen Luxushotels untergebracht, aber wir hatten immer ein Bett, warmes Wasser, gutes Essen, tolle Leute um uns und sehr freundliche Menschen in den jeweiligen Ländern kennengelernt. Wir können uns absolut nicht beschweren. Es war anstrengend keine Frage, aber die Zeit die wir erleben durften, werden wir nie vergessen und in positiver Erinnerung behalten!


FAZIT: Uns haben die letzten 10 Tage noch mehr zusammen geschweißt und wir hatten die beste Zeit in unserer bisherigen Gracefire Geschichte!

Wir haben Blut geleckt und es war sicher nicht unsere letzte Tour!




Jetzt erstmal ab in die Badewanne, essen, schlafen uuuund Wäsche waschen ;-)




An dieser Stelle bedanken wir uns nochmal bei Steelmade für den geilen Tripp.


Bei Michal unserem Fahrer, der immer ein offenes Ohr, einen lustigen Spruch und eine helfende Hand parat hatte.


Danke an Raoul, der immer fleißig dabei war und in jeder Situation die Kamera gezückt hat. Ohne ihn hätten wir Euch viele Situationen in diesem Blog nicht zeigen können!


Und zu guter letzt danken wir euch, für euer Feedback und die Teilnahme an unserer Tour über die Sozialen Medien.

Es war ein tolles Gefühl euch mit dabei zu haben und euch daran teilhaben zu lassen was wir erleben durften.


Keep on rockin‘!

Wir sehen uns am 16.02.19 in der alten Mühle in Filderstadt-Bonlanden!

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